Pressespiegel
Risikomanagement im SCM
(GfPMagazin Juni 2007)


Risikomanagement im SCM
Zu spät, zu teuer, mangelhaft: Risikopotenziale in der Supply Chain
Prof. Dr.-Ing. Nicolas P. Sokianos

Angesichts der Globalisierung der Produktions-, Einkaufs- sowie der Distributionsprozesse ist es nicht verwunderlich, dass das Supply Chain Management (einschließlich des Einkaufs) hinsichtlich seiner Hebeleffekte auf das Unternehmensergebnis an Bedeutung gewinnt: Die Einsicht "im Einkauf liegt der Gewinn" ist schon reichlich alt, aber immer noch gültig; allerdings wirken Hebeleffekte auch in Richtung Verlust, wenn die Risiken nicht ausreichend berücksichtigt sind.

Gutes Management ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich eher chancenorientiert verhält und Geschäfte nicht - aufgrund einer möglicherweise übertriebenen Risikoscheu - der Konkurrenz überlässt. Ohne Zweifel ist auch eine gesunde Portion Optimismus angesagt, wenn Sourcing Spezialisten die Potenziale von relativ unbekannten Lieferanten, etwa in Asien, zu bewerten haben und sich mit einer klaren Entscheidung gar für Single Sourcing festlegen. Pessimismus, abgeleitet aus einem Vergleich von Produktionsprozessen z. B. im Schwabenland mit denen von Bangalore oder Wuxi, würde schnell die Kostenvorteile der Beschaffung aus Asien eliminieren. Nicht zu vergessen: Bei der Szenario-Bewertung von Chancen ist der Wille und die Fähigkeit, die Qualität und Technologie der chinesischen, indischen oder thailändischen Lieferanten mit Hilfe des Einkaufs zu verbessern, wichtig. Punktuell wird schon ein neuer Trend sichtbar: Von Qualitätsproblemen sind US-Lieferanten geplagt, obwohl sie eine erheblich längere Erfahrung in der Produktion besitzen als die Asiaten. Abbildung 1 weist auf die Notwendigkeit hin, die gesamten Kosten über den Produktlebenszyklus ins Kalkül zu ziehen. Qualitätszertifikate, die gefälscht oder (noch plumper) schlicht von der Nachbarfirma kopiert wurden, helfen den Lieferanten sicher nicht wirklich weiter.

Abb. 1 (Quelle: Rolls Royce, Steffen Hentsch)


Die Risiken und die Chancen müssen vor Ort überprüft und mit dem Mut eines Unternehmers ist die Entscheidung pro oder contra zu treffen.

Lohnkostenvorteile können sich bei solchen Vergleichen als sekundär erweisen, so dass ggf. einem Lieferanten aus einem Land wie Rumänien der Vorzug gegenüber China gegeben wird (weil in der EU und näher an Deutschland). Dass nicht alle Produkte / Lieferteile über einen Kamm zu scheren sind, ist auch klar. Eine Portfolio-Analyse mit den Merkmalen: Einfluss auf das Ergebnis (y-Achse, Abb. 2) und Versorgungsrisiko (x-Achse) ist ein grobes, aber nützliches Instrumentarium, um den gestressten Supply Chain Managern eine effiziente Allokation ihrer knappen Zeit zu ermöglichen.

Abb. 2 (Quelle: Rolls Royce, Steffen Hentsch)


Gute SCM-Spezialisten mit Berufserfahrung in der relevanten Branche sind Mangelware. Entsprechend hoch sind auch die hier verlangten und bezahlten Jahresgehälter (sechsstellig). Schließlich sind diese Spezialisten mit mehreren Soll-Merkmalen versehen, die ihren Wert darstellen: flexibel, kultu-rell gewandt, integer, reisefreudig, technologisch bewandert, verhandlungsstark, betriebswirtschaftlich geschult, loyal, mehrsprachig, EDV-fit und außerdem fähig, hochkarätige Mitarbeiter zu führen. Nicht zu vergessen: Risiken müssen die SC Manager erkennen, transparent gestalten und die Chancen nutzen.

Der Beitrag stützt sich auf den Management Circle Kongress SCM, durchgeführt im April 2007 in Frankfurt am Main.


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