Pressespiegel
Luftfahrttechnologie und Luftfracht für die globale Logistik
 
 (GfPMagazin September 2014


Luftfahrttechnologie und Luftfracht für die globale Logistik
Prof. Dr.-Ing. Nicolas P. Sokianos

Die diesjährige Messe auf dem Flughafen Berlin Schönefeld hat die Bedeutung der Branche für die Region unterstrichen, aber auch die Defizite um das leidige Thema des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg in den Vordergrund gerückt. Immer noch steht der Eröffnungstermin nicht fest, nachdem er schon dreimal verschoben wurde. Insider sprechen inoffiziell von 2018. Die prognostizierten Kosten wurden abermals nach oben korrigiert und liegen jetzt über 5 Milliarden Euro.
Dieses große Projekt hat das Zeug zur internationalen Fallstudie für Missmanagement eines großen Projektes der Öffentlichen Hand zu avancieren.

Zur ILA:
Rolls Royce
konnte auf der Messe mehrere Aufträge melden und kündigt signifikante Einstellungen neuer Mitarbeiter in seinem Werk in Dahlewitz an, das weiter ausgebaut wird.
Die Geschäfte von MTU in Ludwigsfelde, im Schwerpunkt auf Maintenance and Repair Operation (MRO) konzentriert, laufen auch bestens. Beide Unternehmen kooperieren stark mit den Hochschulen und Universitäten aus Berlin und Brandenburg.
Tschechien geht für seine Luftstreitkräfte neue Wege der Finanzierung des Militärgeschäftes.
Unter dem Motto "Fortes Fortuna Adiuvat" hat die 212 taktische Einheit der tschechischen Luftwaffe den Kampfjet Saab Gripen in höchst beeindruckenden Manövern vorgeführt. Sie verfügt über zwölf Gripen C und zwei Gripen D (Zweisitzer/Trainer). Die Flugzeuge sind geleast.

Darüber hinaus haben die Tschechen ein erfolgreiches, selbst entwickeltes Trainingsflugzeug ausgestellt und vorgeführt, den Aero L-39 Albatros. Das einstrahlige Flugzeug unterstreicht die technische Kompetenz des Landes, anspruchsvolle und zuverlässige Flugzeuge zu entwickeln und zu produzieren. In der privaten Fliegerei sind mehrere Hersteller aus Tschechien für ihre pfiffigen und leistungsfähigen Flugzeuge bekannt, die sich auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreuen.

Air Cargo
Globale Produktion und Logistik ist ohne leistungsfähige Luftfrachtunternehmen nicht denkbar. Diese wiederum brauchen geeignete Flugzeuge.
Für militärische Zwecke ist das Airbus Modell A400M auf der Messe präsent gewesen. Die Serienproduktion ist bei diesem Muster mehrere Jahre in Verzug, das Orderbuch ist gut gefüllt und die technischen Probleme mit den neuen Triebwerken scheinen jetzt gelöst zu sein.

Für den Lufttransport sehr sperriger Güter gibt es ein ukrainisches Flugzeug, das alle anderen in den Schatten stellt: Die Antonow 124-100 wurde in der Sowjetunion als vierstrahliges Frachtflugzeug entwickelt. Es verfügt über eine "Nose Door", die Bugpartie wird nach oben geklappt und die Verladung erfolgt über eine integrierte Rampe. Natürlich verfügt es auch über ein Hecktor. Das Flugzeug kann z.B. Pkws in zwei Decks transportieren, in Summe ca. 50, abhängig von der Größe. Selbstverständlich auch komplette Flugzeugrümpfe, Panzer oder Baumaschinen und Kraftwerkskomponenten.

(Antonow 124-100; Foto: Nicolas Sokianos)

Der Betreiber der Flugzeuge, der weltweite Aufträge erfüllt, ist das Unternehmen Volga-Dnepr.
(
www.volga-dnepr.com)

Boeing hat auf dem Gebiet der Großraumfrachtmaschinen auch etwas zu bieten: Die etwas betagte C17 "Globemaster", den Standard-Transporter für die US-Luftstreitkräfte. Deren rückläufige Bestellungen stellen allerdings ein Problem für den Hersteller dar. Die in der sowjetischen Zeit entwickelte Antonow 124/125 wird zwar betrieben, ihre Produktion ist jedoch bereits vor Jahren eingestellt worden.

Triebwerks-Hersteller

Bei den Ausrüstern der Luftfrachtmaschinen mit Triebwerken, ja der Flugzeuge überhaupt, da kann man die Hersteller an den Fingern einer Hand abzählen: die amerikanischen GE und Pratt & Whitney, die britische Rolls-Royce, die französische Safran sowie die MTU sind zu nennen.
Die CFM ist eine Kooperation zwischen GE und Safran.
Die Einstiegshürden in diesem Geschäft sind sehr hoch, die Russen können da mit den modernen und energieeffizienten Triebwerken des Westens nicht mithalten, setzen ihre eigenen Triebwerke lediglich für Kampfjets ein.
Ohnehin ist eine strikte Konzentration auf das Kerngeschäft angesagt. So hat Rolls Roys seine stationäre Gasturbinen-(Sparte), die z.B. für Gaspipeline-Pumpstationen eingesetzt werden, an SIEMENS (vor wenigen Monaten) verkauft.

(Förderkran in der Antonow; Foto: Nicolas Sokianos)

(Wartung der A 400 M; Foto: Nicolas Sokianos)

Load Devices
Selbstverständlich hat die Standardisierung der Unit Load Devices (ULD) - also der Spezialcontainer für die Luftfracht - die Effizienz des Logistik-Handling frühzeitig bestimmt. Diese Container sind als Leichtbau-Konstruktion entwickelt, bestehend aus Aluminium oder Kunststoff und sind dem Flugzeugrumpf hinsichtlich der Kontur angepasst. Um die Austauschbarkeit zu gewährleisten, hat die IATA technische Spezifikationen definiert. Die meisten ULD sind allerdings typspezifisch.

Selbstverständlich gibt es Spezialanbieter, die das Management der ULD Pools übernehmen wie die Unitpool.



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