Pressespiegel
Entweder digitales Logistik Business oder gar kein Business!
 
 (GfPMagazin Dezember 2014


Entweder digitales Logistik Business oder gar kein Business!
Prof. Dr.-Ing- Nicolas P. Sokianos

Diese provokative These äußerte sehr eindringlich beim diesjährigen Logistik Kongress der Bundesvereinigung für Logistik (BVL) der Chef der Deutschen Post, DHL. Sie bezog sich auf die mittelbare Zukunft, es war keine Szenario-Projektion für 2050.
Mag die Aussage etwas befremdlich klingen, sie hat voll ihre Berechtigung. Die digitale Welt beschleunigt den Markteintritt von neuen entsprechend gerüsteten "Playern" und verdrängt gleichzeitig die Etablierten, die es nicht schaffen, digitale Antworten auf veränderte Gewohnheiten der Kunden zu geben.

Der Sanierungsfall KARSTADT, begleitet von Standortschließungen und Entlassungen von Mitarbeitern, ist nur ein Beispiel. Wenn Sie meinen, der digitale Trend bedroht nur die Unternehmen, die in der "Konsum-Welt" zu Hause sind, aber andere Branchen nicht, so irren Sie sich.
Im sogenannten B2B-Geschäft für Industrie-Güter geht fast nichts mehr ohne digitale Prozesse. Die Fabrikplanung erfolgt digital, das Prototyping von Produkten und Werkzeugen ebenso wie auch der Testbetrieb von Montage- und (CNC) Bearbeitungs-Systemen. Mobilität und Flexibilität, Mega-Trends unserer Zeit, brauchen die digitale Welt. Somit wird der gewaltige Hebel der Digitalisierung erkennbar: Sie hilft Zeit und somit Geld zu sparen. Nicht um 2% oder 5%, das reicht bis zu 80% in manchen Geschäftsprozessen.
Diese Trends sind weltweit im Gange. Der Wille der Chinesen, die Digitalisierung voranzutreiben, wird in Gesprächen mit Vertretern von Unternehmen spürbar, die alles, was das digitale Umsetzen von Prozessen über Produkte bis hin zu technischen Detailfragen begierig und gezielt vertiefen. Das gilt für die indische Regierung von Premier Modi auch.

Die von der Bundesregierung angekündigte Verstärkung der Investitionen und Förderungen von digitalen Geschäften und Existenzgründungen zeigt in die richtige Richtung, allerdings mit einer dramatischen Unterfinanzierung wie Prof. ten Hompel bei seinem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr Entschlossenheit diesbezüglich unterstrichen hat.

Wer spielt heute in Deutschland im weltweiten IT-Kontext eine Rolle? SAP sicher. Ende. In der Runde der ganz Großen sind es die Einzigen und haben auch noch sehr viele Geschäftsaktivitäten in die USA verlagert. Wohl aus gutem Grund. Es gibt in Deutschland durchaus viele kleinere und mittlere "IT-Schmieden". Sie sind leider meist nicht global tätig. Schon vor vie-len Jahren, im letzten Jahrtausend, kritisierte diese Mängel Prof. Scheer. "Man möge in Deutschland Software wie Autos produzieren", pointierte ten Hompel. Das wird leider nicht gehen. Es sind andere Kulturen, eine andere Sozialisation und andere Prozesse erforderlich. Wir können aber froh sein, dass die deutschen Unternehmen ihren eigenen Kurs, der angewandten Digitalisierung von Entwicklung, Produktion, Vertrieb und After Sales, beherzt und gekonnt betreiben. Das ist schon sehr viel wert.

(Foto: N. Sokianos, "Logistik international")

Einer schlüssigen Interaktion zwischen der Logistik und der IT kommt eine besondere Rolle zu, wie die Referenten des VW Konzerns (Werkslogistik: Frau Stefanie Hegels, Herr Lars Bäumann) verdeutlichten.
Standardisierung ist hier das Zauberwort, das über Konzepte weltweit an allen Standorten spürbar und nutzbar wird. Das wir mit der Digitalisierung in der Produktion nicht am Ende, sondern eher am Anfang sind, wurde durch den Beitrag von BOSCH zu RFID klar. Die Herren haben gleich ein einprägsames Logo definiert: RFID@BOSCH! Über ein Pilotprojekt wird die RFID Technologie zur Erkennung und Erfassung von Teilen in der Supply Chain werksintern und werksextern genutzt. Das spart Zeit und erhöht die Produktivität. Darüber hinaus wird eine teilebezogene "digitale Ge-schichte" generiert.

Die Komplexität kann ohne Digitalisierung nicht beherrscht werden. Versäumnisse werden bestraft.

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